Arbeit, Leben, Gerechtigkeit

 

 

           Die Geschichte der Arbeiterwohlfahrt in       
Gelsenkirchen - Horst

 

Es gibt heute nur noch wenige Menschen in unserer Gesellschaft die nachvollziehen können was das Leben und der Alltag für unsere Vorfahren kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 bedeuteten. Die Welt hat sich seit 1918 technisch, wirtschaftlich und politisch rasant und grundlegend gewandelt wie in keinem anderem Jahrhundert davor. Auch wenn viele die Zeit nach 1918 und die wilden Zwanziger aus den Erzählungen unseren Großeltern und Urgroßeltern kennen, bleibt sie doch sehr fern.
In den 20er Jahren verschlechterten sich die Lebensbedingungen von Tag zu Tag zunehmend, es war nur eine Frage der Zeit, wann die Inflation eintreten würde, denn der französische Staatschef Poincare wollte weiteren Stundungen nur zustimmen, wenn Frankreich Zugriff auf die deutschen Industrieanlagen erhielt, er dachte hier in erster Linie an die Zechen des Ruhrgebiets, denn unsere Kohle war für die französische Stahlindustrie lebenswichtig.
Im Januar 1923 nahm Poincare den vergleichsweißen geringen Rückstand von 2,1 Mio. Tonnen Kohle, 200.000 Kubikmeter Holz und 13.000 Telegraphenstangen zum Vorwand, und rückte unter Verletzung des Versailler Friedensvertrages mit 100.000 belgischen und französischen Soldaten über den Rhein und besetzte das Ruhrgebiet.
Die Weimarer Republik war durch den Versailler Vertrag von 1919 verpflichtet, Reparationen an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs zu leisten. Vor allem der französische Ministerpräsident und Außenminister Poincaré bestand, im wirtschafts- und sicherheitspolitischen Interesse Frankreichs, auf einer kompromisslosen Erfüllung der Bestimmungen des Versailler Vertrages.
Am 11. Januar 1923 morgens gegen 10.30 Uhr trafen zunächst eine Radfahrergruppe von 25 belgischen Soldaten von der Bottroper Straße her in Horst ein, und erklärte Horst als besetzt. Horst sollte 500 Mann und 100 Pferde Quartier gewähren, gegen Mittag trafen dann ganze Armeen hier ein, die Offiziere erhielten Privatquartiere, die Mannschaften brachte man in Schulen und im Gesellenhaus unter, die Pferde erhielten die Ställe des Horster Rennvereins. Die Bevölkerung leistete praktisch keinen Widerstand, was sollten sie auch gegen die starken Truppenverbände ausrichten.
Die Not wurde von Tag zu Tag größer, und so kam der Gedanke auf, die Ernährung der Bevölkerung durch Einrichten von Volksküchen, wie sie bereits im ersten Weltkrieg vorhanden waren, sicherzustellen.
Am 01. November 1923 wurde eine solche Volksküche in der Emscherschule in Betrieb genommen, hier sollten in erster Linie Armenunterstützungsempfänger. Kriegsbehinderte und Sozialrentner, aber auch andere Bedürftige eine Warme Mahlzeit erhalten. Aber trotz der schlechten Zeiten waren die Auslagen der Horster Geschäfte prall gefüllt, die Geschäftsleute wollten ihre Wahre in dieser zeit nicht gegen unbeständiges Geld verkaufen, so geriet der Handel ins Stocken. Die Wahren wurden gehortet und der Schwarzmarkt blühte. Wilhelmine Katzwinkel und Wilhelm Podschwadek, beide seit 1919 Mitglied der SPD – Fraktion im Horster Gemeinderat, verurteilte immer wieder das verhalten einzelner Geschäftsleute.

 

 Suppenküche in Horst 1923
Volksküche 1923 in der Gemeinde Horst - Emscher:
Da die französischen und belgischen Truppen die Kohlehalden aller vier Nordstern Schächte leergeräumt hatten, fehlte es außerdem an Brennmaterial. In dieser Zeit fehlte es ebenso an Warme Kleidung, um hier Abhilfe zu schaffen versammelten sich etliche Frauen um die Ehefrau von Emil Rottemann, der ebenso der SPD – Fraktion im Gemeinderat angehörte und durch sein freundliches Wesen zum Führsorgedezernenten ernannt wurde, und führten Haus- und Straßensammlungen durch.    Seit 1919 gab es die Arbeiterwohlfahrt in Deutschland, schon lange hatten sich die Frauen in der Horster SPD, die seit 1919 immer aktiver wurden, eine Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt in Horst gewünscht.

Am 25. November 1923 ging dieser Wunsch in Erfüllung.
In einer Filialversammlung der Horster Sozialdemokraten in der Gaststätte Beckmann an der Markenstraße/Devensstraße wurde der langersehnte Wunsch der Horster Genossinnen Tatsache, Die Arbeiterwohlfahrt in gegründet worden. Der Drang nach praktischer Bestätigung konnte sich nun auswirken. Es war ein erfreuliches Zeichen das sich die Frauengruppe bereiterklärt hat, mit 24. Genossinnen die schwere Aufgabe der Pflege der Ärmsten der Armen zu erfüllen.
Erster Vorsitzender wurde der Armenpfleger Reinhard Möckel, und Wilhelmine Katzwinkel wurde Stellvertreterin.
Hier wurde die Arbeiterwohlfahr in Horst gegründet
 In diesem Haus an der Marken/Ecke Devensstraße befand sich die Gaststätte Beckmann.
Ende 1925 lagen ca. 10 Mill. Tonnen Kohle im Ruhrgebiet auf Halden, dies war fast ein Monat Förderausfall. Zwangsläufig begann man mit Entlassungen.

Am 08. August 1925 war es soweit, alle vier Nordstern Schächte wurden stillgelegt 3.728 Arbeiter und 116 Angestellte wurden entlassen. So klopfte Frau Sorge mit Armut und Hunger an viele Horster Haustüren. 
  Reinhard Möckel der am 25. Mai 1919 in den Kreistag für die Horster Sozialdemokraten gewählt wurde legte am 09. Mai 1926 sein Amt als 2. Vorsitzender der AWO nieder, an seine stelle trat Anna Podschwadek.

 

1975 Bürgermeister und Horster Stadtverordneter Werner Haufe mit Grete Haferkamp

1976. Dankten Grete Haferkamp für ihre 50- jährige Treue. (von links. Stadtverordneter Rudi Lenz, Rudi Zenker stellv. OV - Vorsitzender, Grete Haferkamp, SPD - Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung West Hans - Jürgen Meissner und Ortsvereinsvorsitzender und Bürgermeister Werner Haufe.

1992 Sommerfest Awo - Seniorenzentrum

Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt lädt ein zum Weihnachtsbasar.

Auch in diesem Jahr findet in den Räumen des Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt am Marie – Juchacz – Weg 16 in Horst, der diesjährige Weihnachtsbasar des Ortsvereins Horst – Nord statt.

Er findet am Mittwoch 08. November in der Zeit von 11:00 bis 17:00 Uhr statt.
Für das Leibliche Wohl im ist bestens gesorgt.

Die Veranstalter freuen sich auf ihren Besuch, denn wir brauchen sie, denn immer mehr Menschen brauchen
die AWO.

 


 

 

 
 

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