Arbeit, Leben, Gerechtigkeit

SPD
SPD Gelsenkirchen - Horst:
"DIE GESCHICHTER DER HORSTER SOZIALDEMOKRATEN".
SPD
Wenn man den Verlauf  der Horster Sozialdemokraten in den über 100 Jahren verfolgt, so ist diese Geschichte eng verbunden mit arbeitenden Menschen, mit Leid, Kummer, Hoffnung auf besseres Leben und eine bessere Zukunft im sozialistischen Sinne, in der es für die Befreiung des Menschen von Unterdrückung und Ausbeutung, Knechtschaft und harten Kampf um’s nackte Leben geht.        
                           
Die Geschichte der SPD in Gelsenkirchen – Horst ist eng verbunden mit der Zeche Nordstern.
 
Im Jahr 1855 war Horst noch ein Dorf mit 800 Einwohner, doch dies sollte sich bald ändern.
 
Der Essener Kaufmann Theodor Wagner schürfte im Januar gemeinsam mit dem Essener Gastwirt Wilhelm Bockmann nach Kohle und wurden durch fünf Tiefbaubohrungen fündig. Darauf hin gründeten Wagner und Bockmann die „Bohrgesellschaft CarSchachtanlage Nordstern1870nap“, die mit Probebohrungen unweit der realisierten Nordstern Schächten begannen.
 
Auch einige Horster Bürger hatten sich zur gleichen Zeit zusammengetan und ebenso Probebohrungen beantragt, darunter war auch der Horster Amtsvorsteher Hoppe. Ihre Bohrgesellschaft „Neu Horst“.
 
Doch es sollte noch bis 1868 dauern, bis die Förderung in Horst an der Emscher begann.
 
 Denn die beiden Bohrgesellschaften hatten nicht nur Problemen - mit dem Boden, sondern es fehlte auch die  finanziellen Mittel.
 
1860 stellte man bei einer Teufe von 91 Meter Tiefe die Arbeiten ein. Der Schacht soff ab.
 
Erst fünf Jahre später 1865 gelang es Wagner und seinen Mitstreitern Geldgeber zu finden, und so wurde die „Essen – Arenberger Bohrgesellschaft“ gegründet.
 
1866 nannte man den Schacht "Blücher 1" (der nach einem Preußischen General benannt worden war), in Nordstern umgewandelt, da es sich um den damals nördlichsten Schacht im Ruhrgebiet gehandelt hat.
 
Ende Oktober 1866 wurde bei einer Tiefe von 205.- m das Steinkohlengebirke erreicht. Mit diesDie Alte Kolonieer Tiefe war im Ruhrgebiet das damals mächtigste Deckgebirge durchfahren.
 
1867 wurde in 228, - m die 1, und bei 241,- m die 2 Sohle gesetzt. Über Schacht 1 wurde ein Malakowturm errichtet, 83 Mann waren beschäftigt.
 
1868 erblickte die erste Horster Kohle das Licht der Welt – 4619 t wurden gefördert. Zum Malakowturm wurden die Zwillingsdampffördermaschine, Kesselhaus und Kamin errichtet.
 
1869 geriet Nordstern an eine französische Gesellschaft, vier Jahre später kauften aber Gewerken aus dem Ruhrgebiet die Zeche zurück und gründeten die Aktiengesellschaft Steinkohlenbergwerk Nordstern.
 
Er wurden Arbeitskräfte vor allem ais Ostpreußen, Schlesien, Teschien und Polen angworben, für diese Fremdarbeiter benötigte man Wohnraum.
 
So begann man bereits auf Nordstern 1870  unmittelbar neben der Schachtanlage zwischen  Anlage ud Emscher mit dem Bau der Alten Klonie.
 Bis 1875 stieg die Förderung auf gut 94 000 t, die Belegschaft wuchs auf 500 Mann.Ja das Leben der Werktätigen Bevölkerung  war in sehr großen Maßen von der Arbeit und den auferlegten Pflichten und zwängen geprägt.
 
Bergarbeit war bis in die neunziger Jahre Handarbeit. In Ort und Strecken konnte man sich nur gebückt oder kriechend vorwärtsbewegen. Außerdem herrschte unter Tage eine drückende schwüle, und die Grubenhaue waren oft Nass, und die Bergleute kannten meist nur verbrauchte Luft und konnte die Kohlenflöze oft nur im liegen abbauen. Durch die schlechte Endlüftung war die Staubentwicklung sehr hoch.
 
 
Die 80- Stunden- Woche, Kinderarbeit und Minimallöhne waren nicht zuletzt Fakten, die dazu führten, daß sich die Menschen zusammen fanden, ihren sozialen Stand in der Gesellschaft zu Verbessern.
 
Die Arbeitsbedingungen der damaligen Zeit waren Miserabel, der Lohn niedrig. Wer von der Belegschaft aufmuckte, wurde von den mächtigen Zechenherren als Sozialdemokrat abgestempelt und hatte sofort mit seiner Entlassung zu Rechnen. Deshalb traute sich auch kaum ein Belegschaftsmitglied Irgend etwas gegen die schlechten Arbeitsbedingungen zu sagen, jeder wußte, wenn er erst einmal seinen Arbeitsplatz verloren hatte, würde er so schnell keinen neuen finden.
 
So nahm man die Bedingungen die man von den Zechenherren aufgetragen bekam ohne zu murren hin, denn die meisten hatten eine Familie zu Ernähren, und vielleicht kamen ja bald bessere Zeiten.
 
Bevor aber diese bessere Zeiten kommen sollten, mußte der Bergmann noch viel Leid und Elend ertragen, durch sie schwere Körperliche Arbeit und der schlechten Ernährung war so mancher Bergmann mit 40 Jahren Verbraucht und zählte zu Alten Eisen.
 
 Um das zu erreichen,  versuchten Bergarbeiter der Zeche Nordstern einen sozialdemokratischen Verein in Horst ins Leben zu Rufen.
 
Im Kreis Recklinghausen, wo es bisher wie der Landrat mit Genugtuung bemerkte, keine Sozialdemokraten gegeben hatte und die sonst geläufigen Maßnahmen daher nicht bemüht zu werden brauchten, drohte die Zeche Nordstern im Sommer 1878 ihren Arbeitern mit sofortiger Entlassung, falls sie sozialdemokratischen Vereinen beitreten sollten; auch von den üblichen Zechenverwaltungen wurden die Bergleute "vorsorglich in der ernsten Weise vor der Teilnahme an den sozialdemokratischen Vereinigungen gewarnt und ihnen mit Arbeitsentlassungen gedroht".
 
1890 begann das Abteufen von Schacht 2. Die Förderung startete dort 1894 aus einer Teufe von 800 Metern.
 
Als am 20. Februar 1890 die Wahl zum 8. Deutschen Reichstag stattfand Kandidierte zum ersten mal im Kreis Recklinghausen zu dem auch die Gemeinde Horst gehörte ein Sozialdemokrat für den Deutschen Reichtstag. In der Gemeinde Horst gab es 710 Wahlberechtigte  Männer, von denen 11 ihre Stimme dem SPD Mann gaben.
 
Ergebnis der Reichstagswahl in der Gemeinde Horst am 20. Februar 1890:
                            Stimmen:       %:
Wahlberechtigt;              710  
Wahlbeteiligung:     
Gültigestimmen:             404   56,9%
SPD                                  11     2,7%
Zentrum                         383   84,9%
Nationalliberale.               ---       -----
Sonstige.                          50   12,4%
1891 hatte die kleine Landgemeinde an der Emscher 3.770 Einwohner. Horst wurde ein selbständiges Amt mit demNamen "Horst Emscher",erster Horster Amtmann wurde Franz Kranefeld.
Als am 15. Juni 1893 die Wahl zum 9. Deutschen Reichstag stattfanden entfielen auf den Kandidaten der Sozialdemokratischen Partei bereits 47 Stimmen, der Zentrums Mann aber 647 Stimmen.
Die Zeche Nordstern war 1886 einer Kohlenverkaufsvereinigung beigetreten und wurde bei der Gründung den Rheinisch - Westfälischen Kohlensyndikats 1893 sofot Mitglied.
Das Syndikat teilte damals jeder Zeche eine bestimmte Fördermenge zu.
Da die Kapazität der Zeche Nordstern aber überschritten wurde, und die zusätzlich geförderte Kohle nicht abgesetzt werden konnte musste auf der Schachtanlage 1894/1895 eine Anzahl von Feierschichten eingelegt werden.
 
1893 waren es 33 Tage. - keine wunder, dass die Belegschaft das neue Syndikat nicht gerade als eine segenreiche Einrichtung ansah.
 
Die Verhältnisse besserten sich, als die Syndikatmenge 1895 durch die Inbetriebnahme einer weiteren Schachtförderung erhöht werden konnte. Ferner wurde 1896 das unrentable Bergwerk  Helene – Nachtigal bei Witten gekauft, und der Betrieb stillgelegt, so erhöhte sich der Syndikatsanteil der Zeche Nordstern.
Als der Sozialdemokratische Verein am 31.Dezember 1904 gegründet wurde, war an ein Versammlungslokal noch nicht zu denken, weil sich die Horster Gastwirte sträubten, "Sozis" einen Raum zu Verfügung zu stellen. So mußten die damaligen Versammlungen nach polizeilicher Anmeldung in der Wohning einer der 17 Mitglieder abgehalten werden. Da alle Mitglieder in Horst wohnten, gestand in der Zusammenkunft keine Schwierigkeiten.

Es gehörten folgende Bergleute so weit sie mir bekannt sind der Horster SPD bei der Gründung an:

Eduard Naujoks.
Franz Krakowczik
Emil Rothemann
Wilhelm Podschwadek
Emil Schwarzer
Josef Liebhard
Friedrich Unferfeth

die anderen zehn sind mir Leider nicht bekannt.

Die ersten Vorstandsmitglieder waren:
Eduart Naujoks
Emil Schwarzer
Josef Liebhard
Friedrich Unferfeth

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